Wenn Sie nach der Zielgruppe für Ihr Produkt gefragt werden, können Sie dann direkt die treffende Antwort geben? Oder lautet die eher: „30 Jahre? 35 Jahre oder doch 45 Jahre alt…aber auf jedenfall männlich?“
Heute erklären wir Ihnen, warum es wichtig ist seine Zielgruppe genau zu kennen und wie eine erfolgreiche Zielgruppenanalyse aussehen kann.

Zunächst einmal die goldene Regel: Eine gute Marketingstrategie basiert auf Inhalten, die die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe abholen. Ohne die konkreten Bedürfnisse potenzieller Kunden zu kennen – also ein „Problemlöser zu sein“ – ist es jedoch schwierig, tatsächlich relevante Inhalte für Ihre Zielgruppe zu kreieren.
Denn wenn wir mal ganz ehrlich sind:
Eine Frau mittleren Alters, die interessiert ist an Make-Up- und Haartrends holt sich Ihre Inspiration nicht auf Snapchat oder TikTok.
Oder der junge Mann, der interessiert ist an der neuesten Technik für sein Auto freut sich eher weniger, wenn er Werbung für die Trend-Nagellackfarben erhält.
Wir könnten diese Liste ewig weiterführen, doch eines wird bereits klar: In jedem Falle wäre die Werbung bei dem falschen Adressaten angekommen,
Daher ist es sooo wichtig seine Zielgruppe zu kennen! Durch die Charakterisierung nach verschiedenen Merkmalen – von individuellen Vorlieben bis hin zu Wertvorstellungen – können Sie Ihre Zielgruppe aber ganz genau erfassen und erreichen. Durch das Wissen um Lebensstile, Bedürfnisse und Kaufverhalten können Inhalte passgenau auf die Zielgruppe zugeschnitten und für potenzielle Kunden in verschiedenen Phasen der Customer Journey entwickelt werden. Damit schaffen Sie dauerhaft einen Mehrwert für Ihre Kunden und verhindern das willkürliche Gießkannenprinzip – also unnötige Streuverluste, die Zeit und vor allem bares Geld kosten.
Erhält ein Kunde die Werbung, die zu ihm passt, so schafft dies Vertrauen und dies kann sich nachhaltig auf den Unternehmenserfolg auswirken – welcher Kunde fühlt sich da nicht „Gebauchpinselt“ und verstanden?
Nachfolgend verraten wir nun die wichtigsten Tipps, um eine Zielgruppenanalyse vorzunehmen.

1. Die Grundlage

Zu Beginn der Zielgruppenanalyse sollten Sie zunächst festlegen, welche Art von Kunden Sie primär überhaupt ansprechen möchten. Werden Sie dabei möglichst konkret und beschreiben Sie die Zielgruppe(n) dabei zunächst anhand demografischer und sozioökonomischer Merkmale. Folgende Aspekte bieten sich an, um diese mit einzubeziehen:
• Alter
• Familienstand
• Bildung
• Beruf
• Einkommen
• Wohnort

Oder im B2B-Bereich empfiehlt es sich, folgende Merkmale mit hinzuziehen:
• Unternehmensgröße
• Branche

Je mehr Eigenschaften Sie einbeziehen, desto konkreter wird das Bild Ihrer potenziellen Kunden. Eine Zielgruppe könnte beispielsweise heißen:
Ledige Herren im Alter von 30 bis 40 Jahren mit gutem Einkommen, abgeschlossene Ausbildung oder Studium, tätig in führender Position, wohnhaft eher in Wohnungen im Stadtgebiet.

Bilden Sie so viele Zielgruppen, wie es zu Ihren Produkten passt – aber verzetteln Sie sich nicht. Ein Produkt benötigt keine 10 Zielgruppen. Versuchen sie immer so konkret und fokussiert wie möglich zu bleiben.

2. Das Kaufverhalten

Die allgemeinen Kriterien der Zielgruppen sind nun festgelegt – kümmern wir uns um die Merkmale und Konsumgewohnheiten der Zielgruppe.
• Warum kauft die Zielgruppe überhaupt?
• Was kauft sie?
• Über welche Kanäle kauft Sie? Online? Offline?
• Was oder auch wer beeinflusst ihre Kaufentscheidung?
• Wann kauft sie? (Bezogen auf unser Beispiel könnte dies Beispielsweise eher in den Abendstunden sein, da die Zielgruppe tagsüber arbeitet.)
• Gibt es Markenpräferenzen? (Wird eher hochwertig eingekauft, ist der Markenname wichtig oder das Image der Marke?)

Beantworten Sie die Fragen für jede Ihrer in Punkt 1 ausgewählten Zielgruppe.

3. psychografische Merkmale

Nachdem an Tipp 1 und 2 ein Haken gesetzt werden kann kümmern wir uns nun um die psychografischen Merkmale.

Was genau das bedeutet? Wir versuchen es einmal einfach und ohne umschweife zu erklären.
Wenn wir wieder auf unser Beispiel aus Punkt 1 zurückgehen kann die allgemeine Beschreibung der Zielgruppe zunächst auf sehr viele zu treffen.

Es könnte sein:

Typ 1: Peter, 37 Jahre, wohnhaft in München, leitet die Rechtsabteilung eines weltweit tätigen Unternehmens. Lebensstil: Ist ein Macher, verliert nicht gerne. Klopft gerne Sprüche, spielt gerne Golf und fährt Luxusautos. Seinen Urlaub macht er in Luxus Resorts. Hat häufig wechselnde Bekanntschaften.

Typ 2: Ralf, 37, wohnhaft in Hamburg, leitet die Rechtsabteilung eines weltweit tätigen Unternehmens. Lebensstil: Er ist ein sicherheitsliebender Mensch und liest gerne viel. Er fährt gerne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln da diese besser für die Umwelt sind. Seinen Urlaub verbringt er gerne in den Bergen. Hat gerade eine langjährige Beziehung hinter sich.

Wir sehen anhand dieser zwei Personas wie unterschiedlich diese sein können – und wie unterschiedlich die Werbung sein muss.

Aber welcher Arten gibt es um die psychografischen Eigenschaften zu bestimmen? Es gibt diverse Arten der Zielgruppenanalyse, wobei das LIFO Modell und die Limbic Map der Gruppe Nymphenburg unserer Meinung nach auf jeden fall genannt werden sollten. Damit der Artikel nicht zu lang wird, konzentrieren wir uns hier auf das LIFO Modell.

Bei der LIFO Methode teilen wir die zuvor ermittelten Zielgruppen in eine von vier Gruppen ein:
• Rot steht für Produktivität: Zeichnet sich durch Ehrgeiz und Status aus. Das Alphatier.
• Grün steht für Kontinuität: Scheut die Veränderung und liebt Beständiges. Der Sicherheits-Typ.
• Gelb steht für Flexibilität: Sehr anpassungsfähig und experimentierfreudig. Liebt die Harmonie.
• Blau steht für Verantwortung: Der soziale Typ. Möchte anderen Menschen helfen.
Die LIFO-Methode ist sehr simpel und hilft hervorragend, um Menschen recht schnell einer gewissen Zielgruppe zuzuordnen.
In unserem Beispiel wäre Peter welcher Typ? Genau, Rot. Und Ralf wäre Grün.
Für eine detaillierte Zielgruppenanalyse, die dazu dient, Marketing-Maßnahmen abzuleiten, ist LIFO etwas zu steif und bietet nur wenig Flexibilität – für eine erste schnelle Einordnung eignet sie sich aber wunderbar.

4. Überprüfung der Zielgruppenanalyse

Nach den vorherigen Punkten stellt sich die Frage, auf welche Weise Sie die relevanten Informationen zu Ihrer Zielgruppe am besten sammeln können. Die Antwort ist einfach: Marktforschung.
Liegen Ihnen bereits eigene Daten vor, können Sie diese nach dem oben erklärten Schema ganz einfach auswerten. Es ist jedoch nicht zwingend nötig, dass Sie mit einem bestehenden Kundenstamm arbeiten. Zu Beginn können Sie auch mit einer fiktiven Zielgruppe arbeiten, die Sie im Laufe der Zeit mit genaueren Informationen mehr und mehr an die realen Zustände anpassen.
Im Folgenden möchten wir Ihnen verschiedene Methoden vorstellen, mit denen Sie Ihre Zielgruppe genauer kennenlernen können.
Umfragen
Umfragen bieten eine gute Möglichkeit, Informationen mit relativ wenig Aufwand und in großer Zahl zu sammeln. Dank kostenloser Tools können Sie Umfragen einfach digital erstellen, was die Kosten skalierbar macht. Achten Sie darauf, dass die Fragen leicht verständlich sind und genügen Personen an der Umfrage teilnehmen, damit diese repräsentativ ist.

Interviews
Gezielte, persönliche Befragungen erfordern zwar einen höheren Aufwand, liefern aber in der Regel qualitativ hochwertigere Ergebnisse. Die Anonymität einer Onlineumfrage ist hier zwar nicht gegeben, Sie können dafür aber im Rahmen der persönlichen Befragung mehr in die Tiefe gehen, um genau auszuloten, was Ihre Zielgruppe umtreibt.
Online-Recherche
Die wohl schnellste und kostengünstigste Methoden zur Datenerhebung bietet die klassische Online-Recherche. Weil Informationen aus dem Internet aber nicht immer verlässlich sind, sollte sie eher als Ergänzung zu eigenen Erhebungen betrachtet werden.

5. Benutzerprofile erstellen

Nach der Definition und Analyse der Zielgruppen können Sie aus den gesammelten Daten Personas erstellen. Daraus ergibt sich ein Bild der idealen Kunden, auf das Sie nun die Kommunikationsstruktur ausrichten können.
Da sich die digitale Welt in einem stetigen Wandel befindet, ist es wichtig, die Zielgruppenanalyse immer wieder anzupassen. Die Analyse ist also kein einmaliger Vorgang, sondern vielmehr ein kontinuierlicher Prozess.
Mit einer genauen Kenntnis Ihrer Zielgruppe können Sie zielgerichtete Inhalte schaffen, die Ihre potenziellen Kunden wirklich erreichen, anstatt im content-überladenen Internet unterzugehen. Denn kennen Sie die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer potenziellen Kunden, können Sie mit Ihren Inhalten präzise auf sie eingehen – so bleibt Ihr Content relevant und konversionsstark.

Und nun wünschen wir viel Spaß bei der eigenen Zielgruppenanalyse! Wenn Sie Hilfe benötigen oder Fragen haben – kontaktieren Sie uns gerne!

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